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Information für Patienten

Der Patient im Mittelpunkt

Ist die Intensivmedizin eine unmenschliche Medizin?

Trotz der apparativ sehr aufwändigen Medizin, die hier wegen der Schwere der Krankheitsbilder zuweilen betrieben werden muss, ist die Intensivmedizin aber keineswegs nur eine „Apparatemedizin“. Im Gegenteil: auf den Intensivstationen werden die Patienten von einem äusserst engagierten und motivierten Team von Pflegefachpersonen und Ärzten rund um die Uhr gemeinsam betreut.

Im Unterschied zu einer normalen Bettenstation, auf der eine Pflegefachkraft etwa sechs Patienten zu betreuen hat, betreut auf der Intensivstation eine Pflegeperson im Durchschnitt einen bis zwei Patienten. Die allermeisten Patientinnen und Patienten fühlen sich deshalb während der Zeit auf der Intensivstation sehr gut aufgehoben. Wahrscheinlich ist es nicht zuletzt genau dieser intensiven Betreuung zuzuschreiben, dass sich zwischen den Patienten und den Pflegenden bzw. den Ärzten eine enge Beziehung aufbaut.


Am Leben erhalten um jeden Preis?

Rotationsbett bei akutem Lungenversagen

Intensivmedizin wird in der Öffentlichkeit immer wieder als eine Medizin dargestellt oder wahrgenommen, die die Patienten „um jeden Preis“ am Leben erhalten will, selbst dann, wenn die Situation für den Patienten aussichtslos erscheint.

Grundsätzlich ist aber dazu zu sagen, dass intensivmedizinische Massnahmen nur dann eingesetzt bzw. fortgesetzt werden, wenn eine reelle Chance für eine Heilung oder mindestens für eine Besserung des Zustandes des Patienten besteht. Viele Therapiemassnahmen sind zwar medizinisch machbar, aber nicht in jedem Falle für jeden Patienten auch sinnvoll. Deshalb wird innerhalb des behandelnden Teams der Intensivstation immer wieder geprüft, ob eine Therapie ausgebaut, weiter beibehalten oder gegebenenfalls sogar abgebrochen werden sollte. Solche Fragen gehören zum Alltag auf der Intensivstation und werden im Team offen und kritisch diskutiert.


Den Willen des Patienten respektieren

Auch in der Intensivmedizin gilt das Recht auf Selbstbestimmung bzw. die Autonomie des Patienten als höchster ethischer Grundsatz. Dies bedeutet konkret, dass jeder aufgeklärte und urteilsfähige Patient eine Behandlung oder eine Massnahme ablehnen kann und dass diesem frei geäusserten Willen grundsätzlich immer entsprochen werden muss. Auch jede vom Patienten schriftlich verfasste Verfügung, welche besagt, wie in bestimmten kritischen Situationen genau vorzugehen sei, muss vom behandelnden Team vollumfänglich respektiert werden.

Sollte ein Patient nicht urteilsfähig sein, oder liegt keine Patientenverfügung vor, so muss seinem „mutmasslichen Willen“ entsprechend gehandelt werden. Dieser so genannte „mutmassliche Wille“ muss von den verantwortlichen Ärzten anhand diverser Gespräche mit den engsten Angehörigen und dem Hausarzt herausgespürt werden. Gelegentlich ist dieser „mutmassliche Wille“ trotz Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen nicht ganz einfach zu definieren. In solchen Fällen wird der Beginn bzw. der Abbruch einer Behandlung anhand von medizinischen Kriterien und Fakten (z.B. grundsätzliche Prognose, Heilungschancen, zu erwartende Lebensqualität), sowie unter Einbezug der engsten Angehörigen des Patienten entschieden.

IMK AG