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Lebensrettende und lebenserhaltende Massnahmen im Einzelnen

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (Cardio - Pulmonale Reanimation = CPR)

Die Herz – und Lungen – Wiederbelebung wird angewendet, wenn der Patient einen Herzkreislaufstillstand erleidet. Obwohl es verschiedene Ursachen gibt, die zu einem Herzkreislaufstillstand führen können, ist das Auftreten eines solchen immer äusserst dramatisch. Die Sterblichkeitkeitsrate des Herzkreislaufstillstandes ist trotz des Einsatzes maximaler Therapie extrem hoch. Die Prognose hängt grundsätzlich ab vom zugrunde liegenden Leiden und von der Dauer des Herzstillstandes. Aus diesem Grunde gibt es Situationen, in denen Reanimationsversuche erst gar nicht begonnen werden, oder in denen nach einer längeren Zeit  einer erfolglosen Reanimation abgebrochen werden muss. Auf der einen Seite wird bei der Herz – Lungen – Wiederbelebung der Brustkorb des Patienten rhythmisch komprimiert, um damit einen gewissen Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. Zudem ist die Durchführung einer künstlichen Beatmung notwendig, um die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Auf der anderen Seite müssen unter Umständen elektrische Stromstösse, sowie diverse Medikamente verabreicht werden, um das Herz zu reaktivieren bzw. zu stimulieren. Die Abgabe von Stromimpulsen in dieser Situation wird Defibrillation genannt. Eine Reanimation ist eine medizinische Massnahme, die von jedem Patienten akzeptiert oder abgelehnt werden kann. Im Falle einer Ablehnung muss der urteilsfähige Patient dies allerdings den betreuenden Ärzten klar kommunizieren, sofern sein Grundleiden eine Wiederbelebung ohnehin nicht ausschliesst. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass die Ablehnung einer Reanimation lediglich bedeutet, dass man im Falle eines Herzkreislaufstillstandes keine Wiederbelebung durchführt. Es heisst aber nicht, dass keine anderen Behandlungen durchgeführt werden sollen.


Herz – und Kreislauf beeinflussende Medikamente

Spritzenpumpen (Perfusoren) zur exakten Dosierung von Kreislaufmitteln

Je nach Medikamententyp wird die Herz – und Kreislauffunktion entweder stimuliert oder aber gedämpft.  Da diese Medikamente hoch wirksam sind und nur über fein regulierbare Pumpen kontinuierlich verabreicht werden dürfen, können sie nur auf der Intensivstation angewendet werden.



Herzschrittmacher (Pacemaker)

Bei gewissen Herzkrankheiten kann die elektrische Erregungsbildung und – leitung im Herzen so stark gestört sein, dass es zu einem Kreislaufzusammenbruch kommt. In einer solchen Notfallsituation muss eine Stimulationselektrode über einen zentralen Venengefässzugang in das Herz vorgeschoben werden, um so elektrische Impulse von einem ausserhalb des Körpers liegenden Impulsgeber an das Herz abgeben zu können. Erholt sich die Erregungsbildung bzw. Erregungsleitung des Herzens nicht mehr, muss ein definitiver Schrittmacher eingepflanzt werden. In diesen Fällen verbleibt die Stimulationselektrode im Herzen, aber der Impulsgeber (Generator) wird definitiv unter die Haut eingepflanzt.


Künstliche Herz – und Kreislaufunterstützung (z.B. Kunstherz, intraaortale Ballonpumpe)

Kreislaufunterstützung mittels Kunstherz (Thoratec)

Mit diesen technisch äusserst aufwändigen Apparaten kann die Herzfunktion vorübergehend unterstützt werden. Hat sich das Herz allmählich von seinem Schaden erholt, kann der Patient von diesen Apparaten langsam entwöhnt werden.



Künstliche Beatmung

Maschinelle Beatmung eines Patienten

Die künstliche Beatmung wird immer dann eingesetzt, wenn die Funktion der Lungen unterstützt werden muss. Die Beatmungsmaschine kann dabei deren Funktion total oder teilweise übernehmen. Das Beatmungsgerät wird an einen Beatmungsschlauch angeschlossen, welcher zuvor entweder über den Mund, oder seltener über die Nase in die Luftröhre eingelegt worden ist. Dauert die künstliche Beatmung voraussichtlich längere Zeit, wird die Beatmung über eine Kanüle direkt am Hals (Luftröhrenschnitt = Tracheostomie) durchgeführt.




Nierenersatztherapie (Dialyse, Hämofiltration)

Nierenersatztherapie (Hämofiltration)

Wenn die Niere ihre Ausscheidungs – und Entgiftungsfunktion nicht mehr wahrnehmen kann, muss die Niere unterstützt werden. Dies kann mittels einer Dialyse oder aber mittels einer Hämofiltration geschehen. Beide Techniken sind so genannte Nierenersatzverfahren. Dabei wird das Blut des Patienten in einem sich ausserhalb des Körpers befindlichen Filtersystem gereinigt und dem Patienten anschliessend wieder zurückgegeben. Sobald die Niere ihre Funktion wieder wahrnehmen kann, wird die Nierenersatztherapie gestoppt. Erholt sich die Nierenfunktion nicht mehr oder nur ungenügend, so muss unter Umständen eine definitive, chronische Hämodialyse installiert werden.      


Künstliche Ernährung

Viele Patienten auf der Intensivstation können aufgrund ihrer kritischen Krankheit nicht selber essen und nicht selber trinken. Dennoch müssen diese Patienten unbedingt ernährt werden, damit sie genügend Kalorien (Energie) und genügend Flüssigkeit erhalten. In den meisten Fällen geschieht diese Ernährung mittels einer den Bedürfnissen angepassten Nährlösung. Die Nährlösungen werden via eine Ernährungssonde über die Nase in den Magen oder aber in den Dünndarm geleitet. Dauert eine künstliche Ernährung länger, so kann die Nährsonde auch direkt über die Bauchwand in den Magen (= PEG – Sonde) oder in den Dünndarm (= Jejunostomie – Sonde) gelegt werden.

In einigen Fällen kann die Ernährung nicht über den Magen oder den Darm erfolgen, weshalb die Ernährung über den Blutkreislauf erfolgen muss (parenterale Ernährung). In diesen Fällen müssen die Nahrungskomponenten (Fette, Zucker, Eiweisse, Vitamine und Spurenelemente, Mineralstoffe) in löslicher und in steriler Form über einen zentralen Venenkatheter direkt in den Blutkreislauf verabreicht werden.

IMK AG